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Inference-Kosten pro Token: On-Premise vs. API im Vergleich 2026
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- Phillip Pham
- @ddppham
Kurzantwort: Was kostet Inference pro Token?
Die Inference-Kosten pro Token lassen sich mit einer einfachen Formel berechnen: GPU-Kosten pro Stunde ÷ Tokens pro Stunde. Ein eigener KI-Server mit RTX 4090 erzeugt für ein 8B-Modell etwa 0,000001 bis 0,000005 Euro pro Token (0,1-0,5 Cent pro 1.000 Tokens) — günstiger als fast jede API. Bei einem 70B-Modell auf teurer Hardware steigen die Kosten auf 0,002 bis 0,01 Cent pro Token. Die API-Preise der Hyperscaler liegen 2026 bei 0,15 bis 3,50 Euro pro 1 Million Tokens (Input) — On-Premise ist ab einer bestimmten Auslastung immer günstiger. Die Break-Even-Rechnung zeigt: Ab etwa 5-10 Millionen Tokens pro Tag lohnt sich eigene Hardware.
Dieser Beitrag zeigt die Formel, die Rechenbeispiele für die gängigsten Modellgrößen und die Entscheidung On-Premise vs. API mit konkreten Zahlen.
Die Formel: Inference-Kosten pro Token
Die Grundformel ist einfach:
Kosten pro Token = GPU-Kosten pro Stunde ÷ Tokens pro Stunde
GPU-Kosten pro Stunde (Abschreibung + Strom):
- RTX 4090: 2.000 EUR / 3 Jahre + 0,35 EUR Strom/h ≈ 0,43 EUR/h
- A6000: 5.000 EUR / 3 Jahre + 0,50 EUR Strom/h ≈ 0,80 EUR/h
- H100: 25.000 EUR / 3 Jahre + 1,50 EUR Strom/h ≈ 3,20 EUR/h
Tokens pro Stunde (Durchsatz, abhängig von Modell und Engine):
- 8B-Modell auf RTX 4090 mit vLLM: 300.000-600.000 Tokens/h
- 70B-Modell (INT4) auf 2x RTX 4090: 80.000-200.000 Tokens/h
- 70B-Modell auf H100: 400.000-800.000 Tokens/h
Die Engine-Wahl beeinflusst den Durchsatz massiv — der vLLM vs. Ollama Benchmark zeigt die Messwerte.
Kosten-Tabelle: On-Premise pro 1.000 Tokens
| Modell | GPU-Setup | Tokens/h | Kosten/1.000 Tokens |
|---|---|---|---|
| 8B (Llama 3.1) | 1x RTX 4090 | 400.000 | 0,0011 EUR |
| 14B (DeepSeek-R1-Distill) | 1x RTX 4090 | 250.000 | 0,0017 EUR |
| 32B | 2x RTX 4090 | 200.000 | 0,0043 EUR |
| 70B (INT4) | 2x RTX 4090 | 140.000 | 0,0061 EUR |
| 70B (INT4) | 1x A6000 | 160.000 | 0,0050 EUR |
| 70B (FP16) | 4x A6000 | 350.000 | 0,0091 EUR |
| 123B (Mistral Large) | 4x A6000 | 180.000 | 0,0178 EUR |
| 284B (DeepSeek V4 Flash, MoE) | 4x L40S | 250.000 | 0,0256 EUR |
Zum Vergleich — API-Preise 2026 (pro 1.000 Tokens):
| Anbieter | Input | Output |
|---|---|---|
| OpenAI GPT-5 | 0,0012-0,0025 EUR | 0,005-0,01 EUR |
| Anthropic Claude | 0,0008-0,003 EUR | 0,004-0,015 EUR |
| DeepSeek API | 0,0001-0,0004 EUR | 0,0004-0,001 EUR |
| Mistral API | 0,0001-0,0002 EUR | 0,0004-0,0006 EUR |
Kernerkenntnis: On-Premise ist bei den reinen Token-Kosten fast immer günstiger als kommerzielle APIs. Der Haken: On-Premise-Kosten entstehen auch im Leerlauf (Abschreibung, Strom), APIs nur bei Nutzung. Deshalb entscheidet die Auslastung.
Die Break-Even-Rechnung: Wann lohnt sich On-Premise?
Die entscheidende Frage ist nicht "wer ist pro Token günstiger", sondern "ab welcher Auslastung lohnt sich eigene Hardware".
Beispiel 70B-Modell:
- On-Premise (2x RTX 4090): 12.000 EUR Investition + 2.500 EUR/Jahr Betrieb = ca. 6.500 EUR/Jahr (3 Jahre)
- API (Claude-Klasse): 0,005 EUR/1.000 Tokens (gemischt)
- Break-Even: 6.500 EUR ÷ 0,005 EUR/1.000 = 1,3 Milliarden Tokens/Jahr = ~3,6 Mio Tokens/Tag
Beispiel 8B-Modell:
- On-Premise (1x RTX 4090): 5.000 EUR + 2.000 EUR/Jahr = ca. 3.700 EUR/Jahr
- API (GPT-5-mini-Klasse): 0,0015 EUR/1.000 Tokens
- Break-Even: 3.700 ÷ 0,0015 × 1.000 = 2,5 Mrd Tokens/Jahr = ~6,8 Mio Tokens/Tag
Faustregel: Ab etwa 3-7 Millionen Tokens pro Tag (je nach Modell und API-Preis) ist On-Premise günstiger. Darunter ist die API wirtschaftlicher — außer DSGVO oder Datenkontrolle erzwingen lokale Verarbeitung. Der Self-Hosted vs. Cloud-Vergleich vertieft die Entscheidung.
Die versteckten Kosten, die alle vergessen
Die reine Token-Rechnung reicht nicht. Vier Kostenblöcke entscheiden:
- KV-Cache und Kontext: Lange Kontexte vervielfachen den VRAM- und Energiebedarf. Ein 128k-Kontext kostet mehr als das 4-fache eines 8k-Kontexts. Der VRAM-Rechner hilft bei der Planung.
- Leerlauf-Kosten: On-Premise-Hardware kostet auch ohne Nutzung (Abschreibung, Strom im Idle). Bei weniger als 20% Auslastung ist die API fast immer günstiger.
- Wartung und Betrieb: 5-15 Stunden/Monat Eigenaufwand oder externer Support. Die Wartungs-Routinen zeigen den Aufwand.
- Batch vs. Echtzeit: Batch-Verarbeitung (nachts, asynchron) kann den Durchsatz verdoppeln und die Kosten pro Token halbieren. Die Batch-API-Strategien zeigen das Muster.
Kosten senken: Die 5 Hebel
- Quantisierung: INT4 statt FP16 reduziert den VRAM-Bedarf um 75% — gleiche Hardware, größere Modelle. Details im VRAM-Rechner.
- Prompt-Caching: Wiederkehrende System-Prompts und Dokumente cachen — bis zu 90% der Input-Kosten sparen. Die Caching-Strategie zeigt die Praxis.
- Routing: Einfache Anfragen ans kleine Modell, komplexe ans große. LiteLLM mit Fallback-Routing automatisiert das.
- Batch-Verarbeitung: Asynchrone Stapelverarbeitung nutzt die GPU besser aus.
- Richtige Engine: vLLM erzielt 2-5x höheren Durchsatz als Ollama — gleiche Hardware, halbe Kosten. Der Benchmark belegt es.
Die Entscheidung: On-Premise, API oder Hybrid?
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Unter 1 Mio Tokens/Tag | API (günstigster Einstieg) |
| 1-5 Mio Tokens/Tag, DSGVO-normal | Hybrid: API für Spitzen, On-Premise für Kern |
| Über 5 Mio Tokens/Tag | On-Premise mit eigenen GPUs |
| Personenbezogene Daten | On-Premise oder EU-Cloud (Kosten zweitrangig) |
| Unregelmäßige Nutzung | API oder GPU-Cloud |
| Konstanter Kern + Spitzen | On-Premise + API-Overflow |
Die On-Premise-Option im Detail: KI on-premise mit eigenen GPUs. Die Cloud-Alternative: GPU-Server mieten. Die Hardware-Kosten: KI-Server kaufen.
FAQ
Was kostet Inference pro Token?
On-Premise kostet Inference 0,001 bis 0,03 Euro pro 1.000 Tokens, je nach Modellgröße und Hardware. APIs kosten 0,0001 bis 0,015 Euro pro 1.000 Tokens. Die Formel: GPU-Kosten pro Stunde ÷ Tokens pro Stunde.
Wie berechne ich die Token-Kosten meines KI-Servers?
GPU-Kosten pro Stunde (Abschreibung + Strom) durch Tokens pro Stunde teilen. Beispiel: RTX 4090 (0,43 EUR/h) mit 400.000 Tokens/h = 0,0011 EUR pro 1.000 Tokens. Den tatsächlichen Durchsatz mit vLLM oder Ollama messen.
Wann lohnt sich On-Premise gegenüber der API?
Ab etwa 3-7 Millionen Tokens pro Tag (je nach Modell und API-Preis). Darunter ist die API günstiger, außer DSGVO oder Datenkontrolle erzwingen lokale Verarbeitung. Die Break-Even-Rechnung im Artikel zeigt die Details.
Ist eigene Hardware immer günstiger?
Nein. On-Premise kostet auch im Leerlauf (Abschreibung, Strom). Bei unter 20% Auslastung ist die API fast immer günstiger. Erst ab hoher, konstanter Auslastung gewinnt eigene Hardware.
Wie senke ich die Inference-Kosten?
Quantisierung (INT4), Prompt-Caching, Modell-Routing (klein/groß), Batch-Verarbeitung und die richtige Engine (vLLM statt Ollama) senken die Kosten um 50-90%. Die Details stehen in den fünf Hebeln oben.
Was kostet ein 70B-Modell pro 1.000 Tokens on-premise?
Ein 70B-Modell in INT4 auf 2x RTX 4090 kostet etwa 0,006 Euro pro 1.000 Tokens. Auf einer H100 etwa 0,004 Euro. Zum Vergleich: Die API-Preise für 70B-Klasse liegen bei 0,001-0,005 Euro pro 1.000 Tokens.
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