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DGX Spark Cluster: 2× GB10 mit Kubernetes für 140B+ Modelle
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- Phillip Pham
- @ddppham
DGX Spark Cluster: 2× GB10 mit Kubernetes für 140B+ Modelle
Ein DGX Spark betreibt 70B-Modelle — aber was, wenn Sie 140B+ Modelle, mehrere parallele Workloads oder hohen Durchsatz brauchen? Dann verbinden Sie zwei Sparks zu einem Cluster. Die Community macht das bereits: DeepSeek-V4 über zwei Spark-Knoten ist eines der meistdiskutierten Setups im NVIDIA-Forum.
Dieser Beitrag zeigt, wie ein 2×-GB10-Cluster aufgebaut wird — Netzwerk, Kubernetes, Modell-Verteilung und die ehrliche Grenze dessen, was zwei Sparks wirklich leisten.
Was bringt ein 2×-Spark-Cluster?
| Fähigkeit | 1× Spark | 2× Spark (Cluster) |
|---|---|---|
| 70B-Modell (4-Bit) | ✅ | ✅ + Redundanz |
| 140B+ Modell (4-Bit) | ❌ | ✅ (verteilt) |
| Parallele Workloads | 2-3 Modelle | 4-6 Modelle |
| Token-Durchsatz | ca. 1.000 TOPS | ca. 2.000 TOPS |
| Ausfallsicherheit | ❌ | ✅ (Node-Redundanz) |
| Preis | ca. 3.200 EUR | ca. 6.400 EUR |
Die Kernfrage ist ehrlich zu beantworten: Zwei Sparks verdoppeln den Durchsatz und erlauben größere Modelle — aber sie sind kein Ersatz für einen GPU-Cluster mit A100/H100. Für 70B-Workloads mit hoher Auslastung ist ein einzelner Spark oft die wirtschaftlichere Wahl.
Netzwerk: Der Flaschenhals
Der Spark hat 1× 10GbE — das ist der limitierende Faktor im Cluster. Modelle zwischen den Knoten zu verteilen heißt: Gewichte über das Netzwerk schicken.
Was zu beachten ist:
- 10GbE-Switch (nicht direkt verbinden): Für 2 Knoten reicht ein kleiner 10GbE-Switch ab ca. 150 EUR
- Direkte Verbindung (2 Knoten): Ethernet-Kabel reicht, aber ohne Switch keine Erweiterung
- Latenz: Für Tensor-Parallelismus ist 10GbE zu langsam — hier wird Pipeline-Parallelismus genutzt (Modell-Layer auf beide Knoten verteilt)
Kubernetes-Setup Schritt für Schritt
Schritt 1: Beide Sparks vorbereiten
# Auf beiden Knoten: Docker + Kubernetes installieren
sudo apt update && sudo apt install -y docker.io kubeadm kubelet kubectl
Schritt 2: Cluster initialisieren (Knoten 1 = Control-Plane)
sudo kubeadm init --pod-network-cidr=10.244.0.0/16
mkdir -p $HOME/.kube
sudo cp -i /etc/kubernetes/admin.conf $HOME/.kube/config
Schritt 3: Worker beitreten (Knoten 2)
# Den kubeadm-join-Befehl vom Init-Output kopieren und ausführen
sudo kubeadm join <knoten1-ip>:6443 --token <token> --discovery-token-ca-cert-hash <hash>
Schritt 4: Pod-Netzwerk (Flannel oder Calico)
kubectl apply -f https://raw.githubusercontent.com/flannel-io/flannel/master/Documentation/kube-flannel.yml
Schritt 5: GPU-Label für Scheduling
kubectl label node spark-1 nvidia.com/gpu=gb10
kubectl label node spark-2 nvidia.com/gpu=gb10
Modelle im Cluster verteilen
Option A: Ollama im Cluster (einfach, ohne Orchestrierung)
Jeder Spark betreibt sein eigenes Ollama, der Client routet:
# Auf beiden Knoten: Ollama starten
ollama serve --host 0.0.0.0:11434
# Knoten 1: Sprachmodell, Knoten 2: Embeddings/RAG
# → Client nutzt die passende API je nach Workload
Das ist kein echtes Cluster, aber für die meisten Mittelstands-Szenarien (RAG + Generation auf getrennten Knoten) völlig ausreichend.
Option B: vLLM mit Pipeline-Parallelismus (echtes Cluster)
Für ein 140B-Modell über zwei Knoten:
# vLLM auf beiden Knoten mit Tensor-Parallelism über das Netzwerk
python -m vllm.entrypoints.openai.api_server \
--model <140B-modell> \
--tensor-parallel-size 2 \
--pipeline-parallel-size 2
Wichtig: Bei 10GbE ist Pipeline-Parallelismus (Layer aufteilen) dem Tensor-Parallelismus (Gewichte aufteilen) vorzuziehen — die Kommunikationslast ist geringer. Die vLLM-Konfiguration erklärt die Parameter im Detail.
Option C: NVIDIA NIM / Triton (Enterprise)
Für den produktiven Betrieb mit Monitoring und Slots-Verwaltung bieten sich NVIDIA NIM-Container auf Kubernetes an — der Triton-Inference-Server-Guide zeigt das Muster.
Achtung Sackgassen
1. "Zwei Sparks = doppelte Leistung" stimmt nicht linear. Durch Netzwerk-Overhead und Verteilungsverluste erreichen 2 Sparks realistisch ca. 1,6-1,8× den Durchsatz — nicht 2×.
2. 10GbE ist der Flaschenhals. Für Modelle über 200B oder Echtzeit-Inferenz reicht die Bandbreite nicht. Wer echte Multi-GPU-Leistung braucht, landet bei H100/A100-Systemen mit NVLink.
3. Der zweite Spark ist teuer. 3.200 EUR für Redundanz ist viel. Erst wenn 140B-Modelle oder dauerhafte Parallel-Workloads real gebraucht werden, amortisiert sich der zweite Knoten — die ROI-Rechnung hilft bei der Entscheidung.
Kosten im Überblick
| Position | 2× Spark Cluster |
|---|---|
| 2× DGX Spark | ca. 6.400 EUR |
| 10GbE-Switch | ca. 150-300 EUR |
| Kabel, Verkabelung | ca. 50 EUR |
| Einrichtung (intern) | 2-5 PT |
| Strom (2 Geräte, 200 W je) | ca. 360 EUR/Jahr |
| 3-Jahres-TCO | ca. 7.500-8.500 EUR |
Vergleich: Ein einzelner H100 kostet 25.000+ EUR. Für den Mittelstand ist der 2×-Spark-Cluster damit die günstigste Brücke zu 140B-Workloads.
Entscheidungsmatrix
| Anforderung | Empfehlung |
|---|---|
| 70B-Modell, ein Team | 1× DGX Spark (ca. 3.200 EUR) |
| 140B+ Modell, begrenztes Budget | 2× Spark Cluster (ca. 6.500 EUR) |
| 140B+ Modell, hoher Durchsatz | A100/H100 (25.000+ EUR) |
| Parallele Workloads (RAG + Generation) | 2× Spark mit Ollama-Split |
| Produktions-SLA mit Redundanz | 2× Spark + Kubernetes + Monitoring |
Fazit: Der Cluster ist die Mittelstands-Brücke zu 140B
Ein 2×-GB10-Cluster ist 2026 die wirtschaftlichste Möglichkeit, Modelle über 100B lokal zu betreiben: ca. 6.500 EUR statt 25.000+ EUR für eine Datacenter-GPU. Mit Kubernetes, Pipeline-Parallelismus und sauberem Netzwerk-Setup entsteht daraus ein produktionsfähiges System.
Die Grenze ist das 10GbE-Netzwerk: Für echten Datacenter-Durchsatz reicht es nicht. Aber für 140B-Modelle, parallele Abteilungs-Workloads und lokale Datenhoheit ist der Cluster die richtige Antwort.
Sie wollen einen Spark-Cluster oder eine Einzelknoten-Konfiguration aufsetzen und brauchen Unterstützung bei Architektur und Setup? Sprechen Sie uns an, und wir planen gemeinsam Ihre lokale KI-Infrastruktur.
Häufige Fragen
Brauche ich Kubernetes für einen 2×-Spark-Cluster?
Für einfache Szenarien (jeder Knoten ein eigenes Ollama) nicht. Für echtes Cluster-Verhalten — ein Modell über beide Knoten, zentrales Scheduling — ja. Kubernetes ist der Standard dafür.
Wie schnell ist ein 140B-Modell über zwei Sparks?
Deutlich langsamer als ein 70B-Modell auf einem Spark. Realistisch 5-10 Token/s bei Pipeline-Parallelismus über 10GbE. Für RAG und Batch-Verarbeitung ok, für Echtzeit-Chat grenzwertig.
Kann ich mehr als zwei Sparks verbinden?
Ja, Kubernetes skaliert auf beliebig viele Knoten. Der Flaschenhals bleibt das 10GbE-Netzwerk — ab 4+ Knoten lohnt sich ein Managed-Switch mit größerem Backbone.
Lohnt sich ein zweiter Spark nur für Redundanz?
Nein. 3.200 EUR für reine Redundanz ist unwirtschaftlich. Der zweite Spark lohnt sich erst bei 140B-Modellen oder dauerhaft parallelen Workloads — die TCO-Rechnung zeigt die Grenze.
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